Dr. Martin Luther in der Philatelie
Briefmarken zum Thema "Martin Luther"

1521 - 1529

In der Bulle, einer Urkunde des Papstes, wurden 41 meiner Sätze verdammt und man setzte mir eine Frist von 60 Tagen, um mich zu unterwerfen - ansonsten drohe mir der Kirchenbann, also der Ausschluss. Mit einer weiteren Bulle, dem Decet Romanum Pontificem, wurde ich schließlich am 3. Januar 1521 von Papst Leo X. exkommuniziert.

Ich wurde somit aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen.

Durch die Unterstützung einiger deutscher Fürsten erhielt ich allerdings die Möglichkeit, vor dem Wormser Reichstag und Kaiser Karl V. eine letzte Verteidigungsrede zu halten. Am 17. und 18. April 1521 forderte mich der Kaiser auf dem Reichstag zu Worms vor Kaiser und Reich, meine Lehre zu widerrufen. Doch mir blieb nichts anderes übrig, als mich zu verweigern. Mir war klar, dass dies auch meinen Tod bedeuten könnte. Ich fühlte mich aber an die Bibel und mein Gewissen gebunden.

Ich sagte auch nicht: "Hier stehe ich und kann nicht anders“.

Das wissen mittlerweile viele. Tatsächlich sagte ich vor dem Reichstag zu Worms:

"Ich kann und will nichts widerrufen, weil wider das Gewissen etwas zu tun weder sicher noch heilsam ist. Gott helfe mir, Amen!"

Am 8. Mai 1521 wurde ich dann auf dem Reichstag in Worms von Kaiser Karl V, er war gerade mal zwei Jahre im Amt, geächtet. Ich erhielt aber freies Geleit. Ich war vogelfrei. Karl der V. wollte mich, wie alle Ketzer, auf dem Scheiterhaufen sehen.

Auf der Rückreise von Worms wurde ich dann im Auftrag von Friedrich dem Weisen von Sachsen auf die Wartburg entführt. Viele glaubten damals sogar, ich sei umgebracht worden. Ich hatte echtes Glück, dass mein Landesherr, der Kurfürst von Sachsen dem Kaiser widerstand und mich schützte. Dort lebte ich unter dem Decknamen „Junker Jörg“.

Eines Nachts wurde ich dort vom Teufel geweckt. Ich verteidigte mich, indem ich ein Tintenfass gegen ihn warf. Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern der Wartburg, dass das eine Legende ist. Wahr ist jedoch, dass ich mich einmal erstaunt darüber äußerte, wie groß die Wirkung meiner Schriften war. Es sei, als ob ich "den Teufel mit Tinte vertrieben" hätte.

Von Dezember 1521 bis Februar 1522 übersetze ich dann auf der Wartburg das Neuen Testaments vom Lateinischen ins Deutsche.

Ich war übrigens nicht der erste, der die Bibel ins Deutsche übersetzte. Es lassen sich insgesamt 70 Übersetzungen biblischer Texte ins Deutsche nachweisen, die vor der Reformation verfasst wurden. Das älteste gesamte Neue Testament auf Deutsch ist eine Handschrift aus Augsburg von 1350. Wer beeindrucken möchte, kann den Anfang des Vaterunsers auswendig lernen, dessen Übersetzung wir dem Goten Wulfila verdanken. Es stammt bereits aus dem 4. Jahrhundert.

Atta unsar thu in himinam, weihnai namo thein. qimai thiudinassus theins. wairthai wilja theins, swe in himina jah ana airthai. (Das 'th' wird wie im Englischen ausgesprochen.)

Übrigens: Das Besondere an meiner Übersetzung ist, dass ich als Vorlage die hebräischen und griechischen Urtexte verwendete, nicht die lateinische Übersetzung. Dabei übersetzte ich nicht wortgenau, sondern versuchte den Sinn der biblischen Aussagen ins Deutsche zu übertragen. Dafür erschuf ich auch einige Worte neu, wie etwa: "Feuertaufe", "Schandfleck" oder "Machtwort"

Im Frühjahr 1522 kehrte ich dann nach Wittenberg zurück und nahm meine Professur wieder auf. In Wittenberg war ich sicher, reisen konnte ich aber nicht mehr.

Wenn ich Bayern, Württemberg oder das heutige Niedersachsen besucht hätte, wäre ich auf dem Scheiterhaufen gelandet.

Viele haben auch schon von meinen sogenannten Tischreden gehört. Man sollte sich allerdings unbedingt klarmachen, dass das keine "Live-Mitschriften" dessen sind, was ich beim Essen predigte. Vielmehr sind es stark überarbeitete Sammlungen von dem, was ich im Alltag so von mir gab.

1523: Reichstag in Nürnberg. Beginn selbstständiger Gemeindebildungen. Nonnen und Mönche treten aus ihren Klöstern aus.

Am 09. Oktober 1524 trat ich dann aus meinem Orden aus.

1525 verfasste ich dann Im Bauernkrieg „Ermahnung zum Frieden“ und „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“.

https://daten.digitale-sammlungen.de/0002/bsb00027508/images/index.html?id=00027508&groesser=&fip=eayayztssdasxdsydeayaewqewqeayaxdsydewqfsdr&no=3&seite=5


Ich selbst heiratete dann am 13. Juni 1525 Katharina von Bora.

Katharina von Bora war eine Ordensschwester und sächsische Adelige. Sie wurde von ihrem Vater in das Augustiner-Chorfrauenstift Brehna, wo sie lesen und schreiben lernte. Dort kam sie auch in Kontakt mit meinen ersten Schriften. Davon inspiriert, entschied sie sich, gemeinsam mit einigen anderen Ordensschwestern, den Stift zu verlassen. Sie baten mich um Hilfe, und ich schickte ihnen einen Wagen, auf dem sie sich verstecken und fliehen konnten. Sie fürchteten sich, nach Hause zurückzukehren und wurden von mir an Männer vermittelt, die sie heirateten und bei denen sie leben konnten.

Sie kümmerte sich um meine Länderein und betrieb zu Zeiten, als die Pest grassierte, ein Hospiz, in welchem sie Kranke pflegte. Ich und Katharina lehnten beide den Zölibat ab und sahen die Ehe nicht als ein Sakrament an. Die Hochzeit eines Mönches und einer Nonne erschien vielen Zeitgenossen allerdings als schwere Sünde. Wir bekamen sechs Kinder von denen aber leider nur 4 (Margarete von Kunheim, Magdalena Luther, Elisabeth Luther und Paul Luther) das Erwachsenen Alter erreichten. Ich und meine Frau hatten übriges keine Zuschauer beim Sex. Es hat uns niemand wirklich zugeschaut in der Hochzeitsnacht. Aber dennoch gab es mindestens zwei Menschen, die bezeugen mussten, dass Katharina und ich miteinander ins Ehebett stiegen. Erst dadurch wurde die Ehe nach mittelalterlichem Recht gültig.

1527: Abendmahlschrift gegen den Schweizer Reformator Huldreych Zwingli.

1529: 2. Reichstag zu Speyer: Der Kaiser fordert die Durchführung des Wormser Edikts und die Einstellung und Zurücknahme jeder kirchlichen Neuordnung. Die reformatorischen Reichsstände protestieren (Protestanten)

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstage_zu_Speyer#1529https://de.wikipedia.org/wiki/Wormser_Edikt

Abendmahlsstreit und Marburger Religionsgespräch (1529)

https://de.wikipedia.org/wiki/Marburger_Religionsgespr%C3%A4ch1529: Ausgabe des großen und kleinen Katechismus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Kleine_Katechismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Gro%C3%9Fe_Katechismus


 
 
 
 
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