Dr. Martin Luther in der Philatelie
Briefmarken zum Thema "Martin Luther"

1511 - 1520

1511 kehrte ich enttäuscht aus Rom zurück und lehrte ich dann Moralphilosophie an der Universität Wittenberg. Nach Abschluss meiner Studien wurde ich am 18. Oktober 1512 Theologieprofessor und übernahm die Professur für Bibelauslegung an der Theologischen Fakultät. Ich war Subprior des Wittenberger Augustiner-Eremitenklosters. Ich lebte mit großem Ernst und Eifer weiter als Mönch und erfüllte all meine Pflichten.

Luther als Mönch, Lucas Cranach d. Ä.
Luther als Mönch, Lucas Cranach d. Ä. (1472-1553).
Michel 308, Saar Luther, Luther Briefmarke
31.10.1951 Saar Michel 308 MK Luther
Wittenberg Augustiner-Eremiten Kloster, Martin Luther, Luther Briefmarken
Wittenberg Augustiner-Eremiten Kloster
Wittenberg Augustiner-Eremiten Kloster, Martin Luther, Luther Briefmarken
Wittenberg Augustiner-Eremiten Kloster

  

Im Frühjahr 1513 erfuhr ich dann eine Stunde religiöser Erkenntnis im Turm des Schwarzen Klosters zu Wittenberg. Ich entdeckte die Gnade und den Glauben als Grundlage für die Rechtfertigung vor Gott. Die Reformation brach sich Bahn.

Augustinerkloster Priorasgebäude, Martin Luther, Luther Briefmarken
Augustinerkloster Priorasgebäude
Augustinerkloster in Wittenberg, Lutherhaus Wittenberg, Schwarzes Kloster
Augustinerkloster in Wittenberg - Wohnsitz und späteres Eigentum Luthers
UNESCO-Welterbe Luthergedenkstaetten
31.10.2017 Philatelistisches Brief-Set UNESCO-Welterbe Luthergedenkstaetten 4 31.10.2017

  

1517: Papst Leo X. erneuert den 1506 ausgeschriebenen Jubiläumsablass, als er für den Bau der neuen Peterskirche Geld benötigt. Johann Tetzel verkauft im Auftrag von Albrecht, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, den Ablass in Magdeburg und Brandenburg.

08.02.1996 Luther
08.02.1996 Luther
Papst Leo X
Papst Leo X
Papst Leo X, Luther
11.11.1983 USA FDC Luther
16.10.1983 BRD Gedenkumschlag Michel 1193 MZ
16.10.1983 BRD Gedenkumschlag Michel 1193 MZ
Albrecht, Erzbischof von Mainz
16.11.1983 BRD Luther Sonderstempel Mainz

Am 31. Oktober 1517 schlug ich dann meine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg. In ihnen kritisierte ich den Ablasshandel und prangerte die lasche Praxis der Sündenvergebung an. Mit Ablassbriefen konnten Gläubige bei der Kirche einen Erlass ihrer Schuld erkaufen, jeweils im Verhältnis zur Höhe der bezahlten Summe. Mir war dies zuwider. Etwa ein Jahr vor dem Thesenanschlag, 1517, begann ich, gegen den Ablasshandel zu predigen. Ich habe meine 95 Thesen übrigens niemals an eine Tür genagelt. Stattdessen veröffentlichte ich meine Thesen, indem ich den "Dienstweg" einhielt und sie meinem Dekan an der Universität vorlegte. Dann wurden sie gedruckt und an die Studenten verteilt.

"Als unser Herr und Meister Jesus Christus sagte: 'Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen', wollte er, dass das ganze Leben der Glaubenden Buße sei."

    

2016.10.31_BRD_Ganzsache Sonderstempel Wittenberg_ThemenJahr 2017_500_Thesenanschlag
2016.10.31_BRD_Ganzsache Sonderstempel Wittenberg_ThemenJahr 2017_500_Thesenanschlag
2017.02.28_Polen_Maximumkarte_500Jahre Reformation
2017.02.28_Polen_Maximumkarte_500Jahre Reformation
2017.04.07_Gedenkblatt 500 jahre Reformation BRD1+2
2017.04.07_Gedenkblatt 500 jahre Reformation BRD1+2
2017.04.13_BRD_FDC_Numinsbrief_ETS_Berlin_20Euro_PP
2017.04.13_BRD_FDC_Numinsbrief_ETS_Berlin_20Euro_PP
2017.09.09_Illustrierte Sonderedition Wittenberg und die Reformation_martinLuther
2017.09.09_Illustrierte Sonderedition Wittenberg und die Reformation_martinLuther
2017.09.17_500JahreReformation_SoSt_Baienfurt2
2017.09.17_500JahreReformation_SoSt_Baienfurt2
2017.10.02_Island 500 Jahre Reformation_Block einzeln
2017.10.02_Island 500 Jahre Reformation_Block einzeln
2017.10.31_BRD MK Sonderstempel Wittenberg_1
2017.10.31_BRD MK Sonderstempel Wittenberg_1
2017.10.31_Philatelistisches Brief-Set UNESCO-Welterbe Luthergedenkstaetten 5 31.10.2017c
2017.10.31_Philatelistisches Brief-Set UNESCO-Welterbe Luthergedenkstaetten 5 31.10.2017c
2017.10.31_Wittenberg Stempel 20-327 500 Jahre Reformation Schlosskirche 4
2017.10.31_Wittenberg Stempel 20-327 500 Jahre Reformation Schlosskirche 4
2017.10.31_Wittenberg Stempel 20-327 500 Jahre Reformation Schlosskirche 7
2017.10.31_Wittenberg Stempel 20-327 500 Jahre Reformation Schlosskirche 7
2017.12.11_Dschibuti_1_Martin Luther Reformation 500 Protestantismus MNH Stamp
2017.12.11_Dschibuti_1_Martin Luther Reformation 500 Protestantismus MNH Stamp
Niderlande Werbemarke
Niderlande Werbemarke
1917_Poster stamp 1917 Christentum katholische protestantische 400th Anniversary Reformation
1917_Poster stamp 1917 Christentum katholische protestantische 400th Anniversary Reformation
1967.10.17_DDR_FDC_Michel_1318
1967.10.17_DDR_FDC_Michel_1318

Etwa ein halbes Jahr nach meinem Thesenanschlag in Wittenberg hatte ich die Möglichkeit, an der Heidelberger Universität meine Ansichten zu diskutieren. Die Professoren teilten jedoch meine Ansichten hinsichtlich der Rechtfertigung vor Gott nicht. Bei der Rechtfertigung geht es um die Frage, wie ein durch Sünden beschmutztes Verhältnis zwischen Mensch und Gott wieder in Ordnung kommen kann. Bei den Studenten, die der Diskussion lauschten, fielen meine Thesen auf fruchtbaren Boden. Unter den Zuhörern befanden sich Personen, die später als Reformatoren Bekanntheit erlangen sollten: Johannes Brenz, Martin Frecht, Martin Bucer, und Theobald Billican. Sie setzten die Reformation im Südwesten durch.

1996.07.18 BRD ETB 800 Jahre Heidelberg u Sonderstempel 2.5.2019 HD Dispustition Bucer
1996.07.18 BRD ETB 800 Jahre Heidelberg u Sonderstempel 2.5.2019 HD Dispustition Bucer
2001.02.08_BRD_450 Todestag Martin Bucert_Numinsbrief plus Sonderstempel HD 02.05.2019
2001.02.08_BRD_450 Todestag Martin Bucert_Numinsbrief plus Sonderstempel HD 02.05.2019

    

12.-14. Oktober 1518:  Mein Verhör durch Kardinal Cajetan in Augsburg. Ich verweigerte den Widerruf meiner Schriften.

Kardinal Cajetan in Augsburg, Martin Luther, Luther Briefmarken
2013 Spanien Ganzsache
Kardinal Cajetan in Augsburg, Martin Luther, Luther Briefmarken
06.05.2017 500Jahre Reformation Republique du Mali

Zu den Aufgaben Cajetans im Reich gehörte mein Verhör beim Reichstag zu Augsburg 1518. Die Anhörungen fanden im Stadtpalast Jacob Fuggers statt, wo Cajetan wohnte. Bei ihrer dreitägigen Unterredung forderte mich Cajetan auf, meine 95 Thesen über den Ablasshandel zu widerrufen, da Cajetan einzelne Punkte unter Berufung auf die Bulle Unigenitus Dei filius von Papst Clemens VI. für ketzerisch hielt. Am 12. Oktober erschien ich ohne Begleitung vor dem Tribunal. Der Moderator Urban di Serra Longa forderte mich auf, ich möge vor Kardinal Cajetan treten und meine Irrtümer widerrufen. Ich strebte aber einen Disput an. Ich wies das Ansinnen, eine Belehrung durch die Vertreter der Kurie anzunehmen, strikt zurück. Die Stimmung eskalierte. Am nächsten Tag erschien ich in Begleitung meines Ordensoberen Johann von Staupitz, vierer kaiserlicher Räte und einer Gruppe ausgesuchter Zeugen, darunter eines Juristen, der einen von mir verfassten Text verlas. Darin ließ ich erklären, dass ich mich dem Urteil und dem Rechtsbeschluss der heiligen Kirche und all jener, die besser unterrichtet seien als ich selbst, unterwerfe. Ich bestritt aber, irgendetwas ausgesprochen zu haben, dass der Heiligen Schrift, den Kirchenvätern oder einem päpstlichen Dekret widersprochen hätte. Am 14. Oktober trug ich persönlich einen längeren Text vor, in dem ich meine Auffassungen und die angesprochenen Themen erläuterte, die ich mit Bibelzitaten belegte. Mich initiierte ein theologisches Gespräch. Als wichtige Punkte brachte ich die Natur des Gnadenschatzes und des Glaubens im Sakrament vor. Meine Freunde rechneten mit einer Verhaftung. Ich entzog mich dieser eine Woche später, in der Nacht auf Donnerstag, dem 21. Oktober, indem ich aus der Stadt flüchtete.

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2016.10.31_BRD_Ganzsache Sonderstempel Wittenberg_ThemenJahr 2017_500_Thesenanschlag2
2016.10.31_Sonderstempel_500Jahre Thesenanschlag_Wittenberg
2016.10.31_Sonderstempel_500Jahre Thesenanschlag_Wittenberg
1959.03.06_BRD FDC Jakob Fugger Saarland
1959.03.06_BRD FDC Jakob Fugger Saarland

   

27. Juni - 16. Juli 1519: Leipziger Disputationen mit Johannes Eck. Ich brach mit der römischen Kirche, als ich die Unfehlbarkeit der Konzilien und den Primat des Papstes anzweifelte. Ich ließ nur noch Abendmahl und Taufe als Sakrament gelten.

Ich gegen Eck – die Leipziger Disputation

Leipzig wurde im Sommer 1519 zum Schauplatz eines aufsehenerregenden und folgenschweren Rededuells zwischen mir und dem papsttreuen Theologen Johannes Eck aus Ingolstadt. Eck und ich hatten das Streitgespräch im Oktober 1518 vereinbart, wobei ich als Ort hierfür Erfurt vorschlug, Eck jedoch Leipzig, denn die Leipziger Stadtväter und Theologen waren für ihre antireformatorische Haltung bekannt.

2019.07.27_BRD_Maximumkarte_LVZ_Post_LeipzigerDisputation_Martin Luther
2019.07.27_BRD_Maximumkarte_LVZ_Post_LeipzigerDisputation_Martin Luther
2019.07.27_BRD_FDC_LVZ_Post_LeipzigerDisputation_Martin Luther
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Ich nahm Ecks Vorschlag an, und wir beide beantragten bei Herzog Georg, den Disput vor Gelehrten der Universität Leipzig führen zu dürfen. Die Theologische Fakultät aber lehnte ab, so dass der Landesherr das Streitgespräch kurzerhand in die Hofstube der Pleißenburg verlegte.

Während Eck sich im Haus des Bürgermeisters Benedikt Beringershain an der Ecke Petersstraße/Thomasgässchen einquartierte, wohnte ich mit meinen Begleitern Philipp Melanchthon und Andreas Karlstadt beim Buchdrucker Melchior Lotter in der Hainstraße. Auch etwa 200 bewaffnete Wittenberger Studenten waren mit mir nach Leipzig gekommen.

Lotter sympathisierte mit meinen Ideen und gab meine Schriften heraus. Am ehemaligen Wohnhaus Lotters erinnert eine Tafel an meinen Aufenthalt.

Schon vor der Disputation vom 26. Juni bis zum 15. Juli 1519 waren die Thesen, über die diskutiert werden sollte, erschienen. Während Eck das Primat des Papstes und die Gewalt der Konzilien verteidigte, äußerte ich, dass nicht alle Thesen des Reformators Jan Hus falsch und ketzerisch seien – und vollzog damit den endgültigen Bruch mit der römisch-katholischen Kirche.

Am 15. Juli 1519 hielt der Rektor der Universität Leipzig, Johann Langius Lembergius, die Schlussrede, der Thomanerchor und die Stadtpfeifer beendeten die Disputation. Beide Lager sahen sich als Sieger der Auseinandersetzung. Herzog Georg aber befürchtete, ich könnte ein zweiter Hus werden und blieb zeitlebens ein Gegner der Reformation.

1967_ceskoslovensko
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1967.04.10_Ceskoslovensko_jan Huss_10er
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1967.04.10_Ceskoslovensko_FDC_jan Huss
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In Leipzig breiteten sich die reformatorischen Ideen indessen immer weiter aus.

Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 wurde am Neuen Rathaus, das auf einem Teil der ehemaligen Pleißenburg entstand, ein Erinnerungsort an die Leipziger Disputation enthüllt. Es zeigt die Porträts von Johannes Eck und mir, und erläutert mit einem Text das historische Ereignis.

    

1520 veröffentlichte ich meine drei reformatorischen Hauptschriften: "An den christlichen Adel deutscher Nation", "Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche" und "Von der Freiheit eines Christenmenschen".

  

Am 15. Juni 1520 Verurteilte Papst Leo X. meine Lehre durch die Bannandrohungsbulle „Exsurge Domine“ 

  

Am 10. Dezember 1520 verbrannte ich die päpstliche Bannandrohungsbulle und einige Schriften der Scholastik und des kanonischen Rechts am Elstertor in Wittenberg. Letztlich der endgültige Bruch mit der römischen Kirche. In der Bulle, einer Urkunde des Papstes, wurden 41 meiner Sätze verdammt, und man setzte mir eine Frist von 60 Tagen, um mich zu unterwerfen - ansonsten drohe mir der Kirchenbann, also der Ausschluss. Mit einer weiteren Bulle, dem Decet Romanum Pontificem, wurde ich schließlich am 3. Januar 1521 von Papst Leo X. exkommuniziert. Ich wurde somit aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen.

1917_PK_fischr un Wittig Leipzig_1520_
1917_PK_fischr un Wittig Leipzig_1520_
2017.10.26_Maximumkarte_papua new guinea martin luther
2017.10.26_Maximumkarte_papua new guinea martin luther

  




 
 
 
 
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